Tiere im Schloßpark Charlottenburg

In den letzten Jahren habe ich den Eindruck gewonnen, daß die Artenvielfalt bei den Tieren in Berlin zugenommen hat. Dies gilt auch für den Schloßpark Charlottenburg. Ich habe das zum Anlaß genommen, mal etwas genauer hinzuschauen, was es im Park so alles an Tieren gibt. Die folgende Liste ist das Ergebnis meiner Beobachtungen.

Karte vom Schklosspark

(<) bedeutet, daß ich dieses Tier schon mal gesehen habe, aber nicht in diesem Jahr

(*) bedeutet, daß ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich die Art richtig bestimmt habe

Wasser-/Ufervögel

Vögel

Raubvögel

Säugetiere

Lurche und Reptilien

Fisch

Insekten

Sonstige

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Kurzbeschreibungen

Graureiher (Bild)

Ab und zu sieht man im Park einen vereinzelten Graureiher. Ob es immer derselbe ist, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls darf nicht viel im Park los sein, wenn man ihn antreffen möchte. Also sind morgens, abends oder schlechtes Wetter (wenn kaum einer spazieren geht) die Bedingungen, die man für die Suche anstreben sollte. Gesehen habe ich ihn auf der großen Wiese im Norden und am Wasserarm in der Nähe der roten Brücke.

Die Sätze oben sind am Anfang des Sommers entstanden. Inzwischen ist es gar nichts besonderes mehr, im Park einen Graureiher zu sehen. Insbesondere ein oder mehrere junge Reiher scheinen sich regelmäßig an den Parkgewässern zum Fischen niederzulassen. Und sie sind auch nicht mehr so scheu. Bis auf fünf, sechs Meter konnte ich schon an sie (ihn?) herankommen. Meist stehen sie ziemlich reglos am Ufer und suchen im Wasser nach Fischen. Wenn sie ihr Opfer gefunden haben, stoßen sie mit ihrem Schnabel blitzschnell zu. Es liegt die Vermutung nahe, daß der diesjährige größere Fischreichtum in den Teichen und Gräben zum Ansiedeln der Reiher und anderer Fischjäger beigetragen hat. [^]

Stockente (Bild Männchen) (Bild Weibchen)

Neben dem Bläßhuhn ist die Stockente wohl der häufigste Wasservogel Berlins und somit auch im Park reichlichst vertreten. Auffallend ist der grün schimmernde Kopf der Männchen. Sie haben sich genügend an den Menschen angepaßt, so daß man ihnen recht nahe kommen kann, bis sie sich dann doch lieber zurückzuziehen. Da es diesen Vogel schon immer in ausreichender Menge hier gegeben hat, empfinde ich ihn als nicht so interessant. Manchmal jagt ein Männchen ein Weibchen durch ufernahe Gebüsche und dabei vergessen beide die Vorsicht und rennen einem beinahe über die Schuhe. [^]

Mandarinente (Bild)

Seit ein paar Jahren gibt es im Schloßpark auch Mandarinenten die scheinbar gut gedeihen. Sie haben jedes Jahr Küken und haben scheinbar ähnlich geringe Probleme mit der Nähe zum Menschen wie die Stockenten. Die Männchen sehen prächtig leuchtend orange aus und haben einen auffalenden Schopf. Ich denke, die ersten von ihnen wurden bewußt von der Parkverwaltung angesiedelt. [^]

Reiherente

Noch später als die Mandarinenten sind die Reiherenten im Park erschienen. Das Männchen ist schwarz und hat einen weißen Längstreifen am Körper. Sie scheinen sich nicht ganz so erfolgreich zu vermehren wie die anderen Enten. Möglicher Weise werden sie von ihnen verdrängt oder brauchen zum Brüten mehr Ruhe. [^]

Höckerschwan (Bild)

Abgesehen vielleicht vom Reiher ist der Höckerschwan der größte Vogel, den ich im Park bislang gesehen habe. Charakteristisch neben der auffallenden weißen Farbe des Gefieders und seiner Größe ist der schwarze Höcker über dem Schnabel. Früher gab es eigentlich immer einige Schwäne im Park und auf der angrenzenden Spree. In diesem Jahr habe ich erst einen einzigen gesehen. Insgesamt scheinen diese jedoch auch mit Menschen gut auszukommen. Ein Problem ist der Brutplatz. Vor ein paar Jahren gab es ein Nest neben der Treppe am Karpfenteich. Da das jedoch ein sehr belebter Platz ist, versammelten sich in der Nähe des Nestes immer wieder mehrere Menschen und beobachteten die Schwäne. Ob die Brut damals erfolgreich war, ist mir nicht bekannt. [^]

Bläßhuhn

Bläßhühner sind etwas kleiner als Enten, haben schwarze Farbe und einen weißen Schnabel. Von ihnen gibt es im Park ähnlich viele wie Enten. Ende Mai dieses Jahres sind viele Nester zu sehen die sich meist auf im Wasser verankerten oder vom Baum aus tiefhängenden Ästen befinden. Sie sind recht gut vom Ufer aus zu sehen. Auch Bläßhühner haben sich mit den Menschen arrangiert und lassen sich ähnlich wie die Enten auch mal ganz gerne von ihnen füttern. Bläßhühner gibt es schon immer im Park, seit ich hier lebe. Sie sind gute Taucher und verschwinden öfter mal kopfüber im Wasser. Sie erscheinen dann teilweise erstaunlich weit entfernt an anderer Stelle wieder an der Oberfläche. [^]

Teichhuhn

Teichhühner sind wie Bläßhühner Rallenvögel und diesen recht ähnlich. Sie sind etwas größer und haben einen roten Schnabel. Ihre längeren Füße, mit denen sie auch am Ufer entlangwaten, haben eine grünliche Färbung. [^]

Teich-/Sumpf-/Drosselrohsänger

An dem Graben zwischen der Uferzone des Karpfenteiches und der Luiseninsel, welcher erst vor ein paar Jahren nach historischem Vorbild wieder hergerichtet wurde (war vorher zugeschüttet) ist mir kürzlich ein neuer Vogelgesang aufgefallen. Dort gibt es ein paar Rohrsänger. Welche Art es nun genau ist, scheint nicht so leicht zu bestimmen. Die Vögel sind etwa Kohlmeisen-groß und haben ein braunes gefieder, wobei die Brustseite heller wirk als der Rücken. Das Kopfgefieder bildet ab und zu einen Schopf. Die drei Arten oben im Titel unterscheiden sich nur wenig. Gemeinsam haben sie, daß sie sich in der Nähe von Gewässern aufhalten, einen auffälligen Gesang haben und über ein spezielles Talent verfügen, sich an senkrecht stehenden Pflanzenteilen (wie Schilf) festzuhalten. Im Park sind sie meist in den Uferpflanzen zu finden, setzen sich aber auch mal auf einen ufernahen Baum. An dem Wasserarm ganz im Norden des Parks, wo sich ebenfalls Rohkolben und Schilf befinden, habe ich ihren Gesang auch schon gehört. Sie sind aber eher scheu und halten einen Sicherheitsabstand bzw. verstecken sich zwischen den dichten Halmen. Ich tendiere dazu, daß es Teichrohrsänger sind. [^]

Bachstelze (Bild)

Erstaunlich aber wahr: Im Park habe ich eine Bachstelze gesehen Dieser Vogel hatte einen schwarzen Kopf und um die Augen einen breiten weißen längsstreifen. Der größte Teil des Körpers war grau. Besonders der weiße Streifen um die Augfen paßt nur zur Bachstelze. Sie ist nicht viel größer als die Spatzen, welche sich auf der Wiese und dem Weg bei der Rodelbahn in ihrer Nähe befanden. Sie ist aber etwas scheuer. Deshlb ist es mir bisher leider nicht gelungen, sie zu fotografieren.

In einem Buch habe ich inzwischen gelesen, daß sich auch die Bachstelze allmählich den durch die Menschen neu geschaffenen Lebensbedingungen anpaßt und somit auch in Parks immer häufiger zu beobachten ist. [^]

Spatzen (Sperlinge) (Bild Hausspatzen)

Spatzen gibt es hier in zwei Arten: Hausspatzen und Feldspatzen. Der Hausspatz scheint mir etwas größer zu sein. Die Männchen haben eine graue Kappe, sind um die Augen schwarz und hinter den Augen braun. Die Weibchen sind ein einziges Graubraunmischmasch. Der Feldspatz ist unabhängig vom Geschlecht mit einer braunen Kappe auf dem Kopf versehen. Unter den Augen ist er großenteils weiß. Der Rest des Körpers ist wieder in Brauntönen gehalten. Spatzen sind frech (der Hausspatz etwas frecher) und treten oft in Gruppen auf. Im Park hat man in einer 'Mannschaft' oft beide Arten vertreten. Wenn man sie füttert kommen sie einem sehr nahe. Leider haben sie einen sehr unmelodischen Gesang. Im Grunde ist es nur ein kurzes zwitschern (Tschilp). [^]

Krähen

Auch von den Krähen gibt es im Park zwei Arten. Die Nebelkrähe (schwarzer Kopf, grauer Körper) ist das ganze Jahr über da. Die schwarze Rabenkrähe überwintert nur bei uns. Das interssanteste für mich ist die Größe. Die Krähen sind der größte Nicht-Wasservogel, der im Park regelmäßig zu finden ist. Ansonsten regen mich das unmelodische Krächzen und die traurigen Farben nicht gerade dazu an, diese Vögel besonders zu mögen. Allerdings sind sie auch ziemlich erfindungsreich, wenn es darum geht, z.B. Mülleimer nach Eßbarem zu durchwühlen. So manch Müllhaufen um einem Mülleimer herum geht auf ihr Konto. Krähen sind mehr oder minder Allesfresser. Dazu haben sie eine sehr Leistungsfähige Verdauung welche dann auch einen unangenehmen Kot erzeugt. Wenn also der Baum über einem mit Krähen belagert ist, dann 'volle Deckung'! Es fällt auch auf, daß Krähen gerne in den höchsten Wipfeln der Bäume sitzen um eine gute Übersicht zu haben. Aufgrund ihrer Größe brauchen sie natürlich eine freie Flugbahn drumherum. Ansonsten laufen sie zur Nahrungssuche meist auf dem Boden herum. [^]

Stare (Bild)

Stare sind ein bißchen größer als Spatzen und länglicher. Von Ferne wirken die Männchen schwarz, die weibchen unscheinbar braun. Sie laufen überwiegend auf den Wiesen herum, wo sie ihre Nahrung suchen. Nisten tun sie in Baumhöhlen. Von den Singvögeln scheint mir der Star im Park der häufigste zu sein. Und die Farbe des Männchens ist aus der Nähe nicht so uninteressant, wie es vom Weiten scheinen mag. Das Gefieder schimmert je nach Lichteinfall bläulich oder grünlich und hat auch eine Menge hellerer Punkte. [^]

Amseln

Von der Größe her sind Amseln etwa in der Mitte zwischen Staren und Krähen einzuordnen. Auch hier haben die Männchen eine schwarze Farbe, die Weibchen sind braun. Die Männchen haben einen gelben Schnabel und Augenring. Amseln bewegen sich viel auf dem Boden und wühlen mit ihrem Schnabel bei der Nahrungssuche im Laub herum. Wenn man ein Rascheln im Unterholz hört, ist die Vermutung, daß es sich um eine Amsel handelt meist richtig. Außerdem sitzen sie öfter auf kräftigeren frei zugänglichen Ästen in halber Höhe und stimmen einen vielfältigen Gesang an. Wie die Stare gehören die Amseln auch zu den Stimmimitatoren, so daß man auch Töne von anderen Vogelarten in ihrem Repertoire wiederfinden kann. [^]

Grünfink (Bild)

Der Grünfink ist etwa spatzengroß und hat (wie sein Name sagt) ein grünliches Gefieder. Bei den Männchen befindet sich in der Mitte des Körpers ein schmaler etwas gelblich wirkender Längsstreifen. Teilweise bewegt sich der Grünfink in der Gesellschaft von Spatzen und Meisen. Zuletzt habe ich aber auch an der Nordwestecke des gerade neu erstellten Parterres vor dem Schloß eine Gruppe von vier Grünfinken gesehen. Der Vogel meidet im Park eher die direkte Nähe zum Menschen. Aber die Bequemlichkeit eines mit Futter gefüllten Vogelhäuschens weiß er durchaus zu schätzen. [^]

Buchfink (Bild)

Auch in diesem Jahr zum ersten Mal ist mir der spatzengroße Buchfink aufgefallen. Zu meinem Erstaunen mußte ich dann lesen, daß dieser einer häufigst vertretenen Vögel in unseren Breiten ist. Und seitdem sehe ich ihn tatsächlich häufig. Vielleicht habe ich ihn bisher immer mit Spatzen verwechselt. Grundfarbe des Vogels ist ein Kastanienbraun. An den Enden der Federn findet man einen Wechsel zwischen Schwarz und Weiß. Das wichtigste Merkmal jedoch ist der Blaue Kopf, welcher um die Augen eine braune Stelle freiläßt. Der Schnabel geht ebenfalls ins bläuliche. Zu erwähnen ist vielleicht noch sein Gesang, der ein bißchen an das Zirpen von Grillen erinnert. [^]

Kohlmeise (Bild)

Auch die Kohlmeise ist nur wenig kleiner als ein Spatz. Der Körper ist gelblich, das Ende der Federn grau, weiß und schwarz. Der Kopf ist Schwarz und unter dem Auge gibt es einen großen weißen Klecks. In der Mitte der Brust hat sie einen senkrechten schwarzen Streifen. Kohlmeisen gab's schon immer im Park und deshalb empfinde ich sie ebenfalls als nichts besonderes, obwohl sie eigentlich ganz hübsch gefärbt sind. Sie sind gute Flieger und kommen einem an bestimmten Stellen im Park (wo häufig gefüttert wird) sogar auf die ausgestreckte Hand geflogen. Dabei schaffen sie es in der Luft fast an einer Stelle zu stehen. Das verschafft ihnen ebenso wie den beinahe noch besser fliegenden Blaumeisen einen kleinen Vorteil gegenüber den an diesen Stellen ebenfalls zahlreich vorhandenen Spatzen. [^]

Blaumeise (Bild)

Die Blaumeise ist kleiner als eine Kohlmeise. Scheitel, Schwanz und Flügel sind blau. Die Brust ist gelb Die Kopfseiten sind weiß, der Kragen schwarz. Bei den Augen befindet sich ein schmaler durchgehender schwarzer Längsstreifen. Sie sind gute Flieger und kommen wie die Kohlmeisen auf die Hand geflogen. Sie sind etwas seltener im Park zu sehen, aber dennoch gut vertreten. Man findet sie oft auch in der Gesellschaft der Kohlmeisen und Spatzen. An den Sträuchern und Bäumen klettern sie bei der Nahrungssuche filigran herum und hängen auch mal kopfüber an einem dünnen Zweig. [^]

Schwanzmeise

Bis vor kurzem wußte ich gar nicht, daß es eine Art mit diesem Namen gibt. Dann hat mir jemand davon erzählt und schließlich habe ich auch welche gesehen. Aber sie sind noch eher selten im Park. Von der Körperform her sehen sie aus, als hätte jemand eine Blaumeise genommen und dann den Schwanz noch mal auf eine zusätzliche Körperlänge verlängert. Irgendwie ein pummeliger Ball aus Federn mit einem langen Schwanz. Die Färbung ist wenig spektakulär. Das Gefieder wirkt hell und hat Schwarze Streifen. Auch an den Augen befindet sich ein schwarzer Längsstreifen. Gesehen habe ich die Schwanzmeise im Norden des Parks. [^]

Schwalbe

Seit einigen Tagen sind mir besonders Schwalben in großer Menge aufgefallen. Je nach Wetterlage fliegen sie im Park höher in der Luft oder tiefer bis dicht über dem Boden, ja sogar über dem Wasser mit großer Geschwindigkeit und fangen Insekten aus der Luft. Sie geben hochfrequente schrille Piepser von sich und stören sich auch kaum an menschlichen Beobachtern. Die Gesehenen haben einen deutlich sichtbaren gegabelten Schwanz, eine weiße Unterseite und in Kopfnähe ein grünlich-bläulich changierendes Obergefieder, das ansonsten schwarz wirkt. Nach den mir vorliegenden Beschreibungen müßten es Rauchschwalben sein. Aber ich bin mir nicht sicher. [^]

Ringeltaube

So bis vor drei Jahren waren Tauben für mich Vögel, die Krank aussehen, unter Brücken hausen und so träge sind, daß man z.B. mit dem Fahrrad aufpassen muß, daß man sie nicht überfährt. Sie hatte eine überwiegend graue Färbung mit leichten Variationen. In letzter Zeit aber hat sich hier eine Taubenart etabliert, die größer, majestätischer und sauberer wirkt: Die Ringeltaube.
Das Kennzeichen neben dem ebenfalls eher grau wirkenden Körper ist ein weißer Fleck am Hals. Im Park bewegen sie sich teilweise in Gruppen am Boden oder sitzen in den Bäumen. Sie sind nicht so zutraulich zu den Menschen wie die anderen Tauben und fallen eigentlich im Gelände kaum auf. Nur fliegen sieht man sie öfter und nach den Krähen dürften diese die Zweitgrößten Nicht-Wasservögel im Park sein. [^]

Specht

Auch einen Specht habe ich im Park schon gesehen. Vermutlich war es ein Buntspecht. Seine Größe war ähnlich einem Star. Er saß in typischer Haltung an einem Baumstamm und pickte in den Stamm, allerdings ohne das typische Spechtklopfgeräusch zu erzeugen. Er hatte einen roten Schopf und schwarz-weißes Gefieder. [^]

Eichelhäher

Ab und zu sah ich im Park einen Vogel mit braun-blauem Gefieder. Er war etwas größer als eine Amsel aber kleiner als z.B. eine Taube. Die einzige passende Beschreibung, welche ich gefunden habe, ist die des Eichelhähers. [^]

Rotkehlchen

Ebenfalls erstmalig in diesem Jahr ist mir ein Vogel von der Größe eine Kohlmeise unter die Augen gekommen, der sich öfter auf einen gut sichtbaren Ast in halber Höhe setzt und einen deutlich vernehmbaren Gesang in die Umgegegend flötet. Wenn man die Herkunft der Töne entdeckt hat, fällt einem sofort die leuchtend rot-orangene Brust auf, die sich bis zur Kehle zieht, ansoonsten ist der Vogel braun. Auf dem Baum sitzt das Rotkehlchen in sicherer Höhe. Ansonsten versteckt es sich eher in Sträuchern, wo es hofft, vor dem Menschen seine Ruhe zu haben. [^]

Elster

Die sprichwörtlich diebische Elster gibt es auch im Park. Mir scheint allerdings, daß ich sie in früheren Jahren häufiger gesehen habe. Elstern sind auch Rabenvögel, jedoch recht kleine. Sie sind etwa so groß wie Amseln und haben einen ziemlich langen Schwanz. Die Brust ist weiß, der Kopf und das Gefieder sind schwaz wobei der Schwanz auch grünlich schimmern kann. [^]

Kleiber (Bild)

Der Kleiber ist für mich auch eine Entdeckung dieses Jahres. Er ist ca. spatzengroß. Allerdings hat er einen länglicheren Körper mit spitzem Schnabel. Er hat einen graublauen Oberkörper und die Brust und Unterseite sind gelbbräunlich. Die Gefiederspitzen sehen dunkelgrau aus. Der Unterkopf ist weiß, um die Augen gibt es einen schwarzen Längsstreifen. Gut erkennen kann man ihn daran, daß er oft mit dem Kopf nach unten an Baumstämmen entlangklettert. Das tut wohl kein anderer Vogel in unseren Breiten. Seit er mir bekannt ist, sehe ich ihn auch ab und zu zwischen den Spatzen und Meisen bei den Plätzen, wo Menschen viel füttern. [^]

Nachtigall (Bild)

Rein äußerlich ist die Nachtigall eher unscheinbar. Aber ihr Gesang ist vielfältig und deutlich vernehmbar. Und so habe auch ich sie auf der Luiseninsel entdeckt. In etwa 2 Metern Höhe auf einem kleinen Baum sitzend flötete sie in der Gegend herum und ließ sich durch mich (in ca. 4 Metern Entfernung) nicht sonderlich stören. [^]

Stieglitz (Bild)

Da ging ich so am 5 Juni im Park Spazieren und sah auf einem Weg eine kleine Gruppe von Vögeln welche mir unbekannt vorkamen. Annähernd finkengroß suchten sie auf einem Weg wohl nach Nahrung. Sie waren am Kopf senkrecht gestreift und zwar bei den Augen rot, dahinter weiß, dann schwarz. Der graubraune Körper wird von dunklen Federspitzen durchschnitten, welche in der Mitte leuchten gelb schimmerten. Und mein schlaues Buch verriet mir, daß das wohl Stieglitze gewesen sein müssen. [^]

Eisvogel

In diesem September habe ich sogar einen Eisvogel gesehen. Er saß auf einem im Wasser befindlichen Ast und betrachtete zunächst reglos die wasseroberfläche. Aufgefallen ist er mir vor allem wegen seiner ungewöhnlichen Größe. Er war deutlich größer als beispielsweise ein Spatz. Und er hat eine hellbraune Brust. Durch das Fernglas war dann auch ein ziemlich langer Schnabel zu erkennen. Das deutlichste Merkmal ist jedoch der leuchten blaue Rücken und Schwanz, welcher dem Vogel wohl den Namen gab (Eisen). Das Blau ist besonders auffällig, wenn der Vogel fliegt. Vögel dieser Art sollen bei uns selten sein, wenn auch überall verbreitet. Insgesamt ist seine Heimat eher in Osteuropa und dem asiatischen Raum. Er ernährt sich von kleinen Fischen in auberen Gewässern mit Uferbewuchs. Zum Nisten braucht er Steilufer, in welche er normalerweise Höhlen gräbt. [^]

Bussard (Bild)

Irgendwann im letzten Jahr saß auf einem breiten waagerechten Ast im Park plötzlich ein Raubvogel. Nicht besonders groß war er aber er erschien mir fast wie ein Traum. Ein Raubvogel in meinem Park? Aber danach war er noch öfter zu sehen und später erzählte mir jemand, daß ein Mäusebussard-Pärchen dort ausgesetzt wurde um die Mäuse zu reduzieren. In diesem Jahr sind sie nur noch selten zu sehen und kreisen dann überwiegend in großer Höhe über den Wiesen. Wo sie sich wohl in der übrigen Zeit aufhalten mögen?

Kurz nachdem ich Anfang des Sommers die obigen Worte geschrieben hatte, wurde ich eines Morgens der typischen Schreie dieser Raubvögel gewahr. Sie erfolgten etwas höher klingend als sonst und erschienen mir unnatürlich ausdauernd. Dadurch war es jedoch nach einer gewissen Zeit auch eindeutig zu orten. Es gab ein Mäusebussardnest mit Jungvogel. Und dieser hat scheinbar das Geschrei veranstaltet. Das Nest war schwer zu sehen, jedoch tatsächlich in der Nähe eines der meistbegangenen Wege des Parks gelegen. Es hatte den Anschein, als ob immer ein Elternteil das Nest bewachte, während das andere auf Beutefang war. Zum Herbst hin waren die Vögel dann seltener zu sehen. Aber immer, wenn ich schon daran zweifle, ob es sie dort noch gibt, entdecke ich doch wieder einen. Zudem habe ich Bussarde oder besser gesagt Raubvögel auch in weiteren Parks Berlins gesehen. Auch diese scheinen sich zunehemend dem Menschen anzupassen. [^]

Bisamratte (Bild)

Neulich schwamm im Wasser bei der roten Brücke ein etwas mehr als brikettgroßes pelziges Tier. Es paddelte bis kurz vor das Ufer und tauchte dann ab. Anschließend ward es von mir nicht mehr gesehen. Ich denke, daß das eine Bisamratte gewesen sein muß. An den Ufern der angrenzenden Spree habe ich solche Tierchen schon öfter gesehen, so daß die Schlußfolgerung irgendwo auch naheliegend war. Ein Biber oder Fischotter wird's ja wohl nicht gewesen sein, oder?

Im September dieses Jahres muß ich nun sagen, daß ich lange keine Bisamratten mehr gesehen habe. Mir wurde berichtet, daß eine von ihnen irgendwo im Park tot am Ufer herumlag. Vielleicht wurde sie von einem Hund oder anderem Tier getötet. Vielleicht ist sie aber auch bewußt vom Menschen (z.B. m,it Rattengift) getötet worden, denn eine Parkverwaltung dürfte normalerweise kaum von der Anwesenheit solcher Ratten begeistert sein. Obgleich sie poussierlich aussehen, haben sie nämlich die unerfreuliche Eigenschaft, Uferbefestigungen zu unterhöhlen und damit zu ihrer Zerstörung beizutragen. [^]

Eichhörnchen (Bild)

Viele (sichtbare) Säugetiere gibt es im Park nicht. Aber Eichhörnchen gab es schon immer. Wie diese aussehen weiß doch auch jeder...

Was aber vielleicht nicht jeder weiß, ist, daß diese manchmal auch Vogelnester ausrauben. Ansonsten ist vielleicht noch bemerkenswert, wie frech sie sich an von Menschen häufig zur Fütterung benutzten Orten verhalten. Sie klettern einem dann sogar die Hosenbeine hoch, was je nach Art der Hose mehr oder weniger unangenehm sein kann. [^]

Maus

Mäuse gab es früher an bestimmten Stellen öfter mal, zuletzt nicht mehr so viel. Aber an einer Uferstelle im Norden des Parks habe ich dann doch mal wieder eine gesehen die am Ufer durch das Schilf turnte. Was für eine Maus es nun genau gewesen ist, kann ich aber nicht sagen.

Auch hier ein Nachtrag am Beginn des Herbstes: Tatsächlich werden Mäuse ähnlich den Eichhörnchen erst im Sommer häufiger sichtbar. Ein Aussterben der Mäuse ist also in absehbarer Zeit wahrlich nicht zu befürchten. Was mir an den Mäusen, die ich zu Gesicht bekomme, immer wieder auffällt, ist, daß sie so überhaupt nicht dem entsprechen, wie sie beispielsweise in Comics oder Zeichentrickfilmen dargestellt werden. Sie sind nicht Grau und haben auch keine allzugroßen Ohren. Eigentlich erinnern sie mich mit ihrem braunen Fell eher an Goldhamster. Mir ist völlig schleierhaft, wie man vor Mäusen Angst haben kann. [^]

Wasserfrosch (Bild)

In den Schilfbereichen und Feuchtbiotopen des Parks hört man immer wieder im Frühsommer das Quaken von Fröschen. In diesem Jahr ist das noch nicht so stark der Fall, aber ab und zu war es doch da. Nun habe ich doch mal zwei von diesen Fröschen gesehen und ein schlause Buch hat mir verraten, daß es (oh Wunder) Wasserfrösche waren. Diese sind eigentlich ganz gut zu sehen, werden sie doch bis zu 10 cm lang. [^]

Fisch

Ein großer toter Karpfen lag vor kurzem am Ufer des rekonstruierten Wassergrabens an der Luiseninsel. Aber wo der herkam war nicht ersichtlich. In den letzten Wochen (Mai) waren viele kleine aber auch immer größer werdenende Fischschwärme (!) zu beobachten, die alle von der gleichen Art zu sein schienen. Aber ich konnte sie nicht eindeutig zuordnen. Sie habe als Jungfische rote Flossen und einen grünlichen Längsstreifen im oberen Körperdrittel. Nun sind die großen Schwärme fast komplett verschunden und es tauchen neue Kleinstfischschwärme auf, deren Fische derzeit kaum mehr als einen Zentimeter Länge erreichen. Keine Ahnung, wie da die Zusammenhänge sind. [^]

Rotwangenschildkröte (Bild)

Rotwangenschildkröten gehören zu den Wasser-Zierschildkröten. Diese sind in Deutschland beliebte Tiere für Aquarien und Terrarien und sind als Jungtiere recht klein. Aber sie werden größer und passen dann häufig nicht mehr in das 'Becken' in der Wohnung. So ist anzunehmen, daß die im Park entdeckte Schildkröte aus solchen Gründen dort einfach ausgesetzt worden ist. Ihre Überlebenschancen sind zeimlich begrenzt, auch wenn ein Anruf beim Tierheim ergab, daß es wohl einige wenige Arten gibt, welche auch einen Winter überstehen können. Ihre Heimat ist in Süßwassern rund um den Golf von Mexiko. Das entdeckte Exemplar hat eine Panzerlänge von ca. 20 cm. Diese Schildkröten ernähren sich von Wasserpflanzen, was an der Fundstelle eher kein Problem sein dürfte. Wenn man ihrer habhaft würde, könnte man sie ins Aquarium oder zum Tierschutzverein bringen. Aber das ist mir noch nicht gelungen, denn bisher befand sie sich immer mehrere Meter vom Ufer entfernt, sofern man sie überhaupt entdecken konnte. [^]